Geheimnisse findet man in den meisten Familien – sei es ein uneheliches Kind, ein Geliebter bzw. eine Geliebte, Suchtverhalten, Schulden und vieles mehr. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sich Personen aus der Familie dafür schämen oder sich schuldig fühlen und es um jeden Preis verheimlichen wollen. Oft gelingt es, aber es hat seinen Preis: Die betroffene Person rückt ab vom Rest der Familie, und in bestimmten Situationen spüren alle Familienmitglieder, dass da „Etwas“ ist – man spürt es in einem peinlichen Schweigen oder unkontrollierten emotionalen Reaktionen, die man sich nicht ganz erklären kann.
Es lohnt sich, Familiengeheimnisse aufzudecken und zu befrieden.
In diesem Zusammenhang möchte ich mit der freundlichen Erlaubnis der Autorin einen Text veröffentlichen, entstanden beim inspirierten Schreiben. Besser hätte ich es kaum ausdrücken können. An dieser Stelle meinen herzlichsten Dank an Dich, liebe Jennifer.
Das Geheimnis ist hinter einer Tür.
Es leuchtet hell durch das Schlüsselloch. Bei dem Öffnen der Tür und nach dem Öffnen der Tür strahlt die Helligkeit heraus. So sehr, dass nichts weiter zu erkennen ist. Nichts drumherum und auch nichts darin.
Sobald das Geheimnis hinter dieser Tür gelüftet wird, entspannt sich der Kopf. Die Schwere geht – wie ein Vorhang der sich öffnet. Klarheit tritt in den Vordergrund, Lösungen stellen sich ein, ein wohliges Gefühl von Ruhe, Entspannung. Die Anstrengung ist vorbei. Gedanken können fließen, Lösungen können hervorkommen, Wege können gegangen werden und Entscheidungen getroffen.
Die Tür bleibt geöffnet. Es gibt die Wahl herauszugehen. Der Schlüssel ist weg. Die Tür kann, soll und wird nicht mehr abgeschlossen. Eine Entscheidung oder sogar mehrere Entscheidungen können getroffen werden.
Nichts ist falsch.
Autorin: Jennifer Gläsker
