Was ist eine Familienaufstellung?

Was ist eine Familienaufstellung?

Die Systemische Familienaufstellung (auch Systemaufstellung, Familienstellung oder Aufstellung) ist eine Methode aus der Familientherapie und wurde Ende der 60er Jahre in Amerika von Virginia Satir begründet. In Deutschland gehört der nicht unumstrittene Bert Hellinger zu den wohl bekanntesten Familienaufstellern. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Methode ständig weiterentwickelt.

Als Klient können Sie zu allen Themen eine Aufstellung machen, die Sie selbst unmittelbar betreffen. Dazu wählen Sie als Klient je einen Stellvertreter für sich selbst und die anderen Mitglieder des Systems aus, das Sie aufstellen möchten. Alle Stellvertreter werden von Ihnen intuitiv im Raum aufgestellt, so wie es Ihrem inneren Bild des Systems entspricht.

Bereits an dieser Stelle lässt sich schon Einiges über die Beziehungen der Personen zueinander ablesen:
– Wie stehen die Stellvertreter zueinander, dicht beisammen oder weit auseinander?
– Wohin schauen die Personen? Schauen sie sich an, aneinander vorbei, auf den Boden oder die Ferne?
– Wie sind ihre Körperhaltungen und ihr Gesichtsausdruck?
Die Personen in der Aufstellung werden nach ihren Gefühlen, ihrem Wohlbefinden und ihren Impulsen befragt.

Das Ziel des Klienten immer im Blick schlägt der Aufstellungsleiter nun lösende Sätze vor, die von den Stellvertretern auch abgelehnt oder umformuliert werden dürfen, bis sich die zu Beginn meist angespannte Situation, die der Klient mit Hilfe der Stellvertreter visualisiert hat, entspannt.

Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Stellvertreter oft nichts über die realen Personen, für die sie stehen, wissen. Sie spielen also keine “Theaterrolle”. Und doch gibt es eine Verbindung zwischen ihnen, die sich nicht wegdiskutieren lässt: Viele spüren physische oder psychische Leiden der realen Personen, obwohl sie sich noch nie im Leben begegnet sind. Sie nehmen manchmal eine für die reale Person typische Körperhaltung ein oder zeigen ähnliche Gestik oder Mimik auf. Vor allem empfinden und verbalisieren sie die Gefühle der realen Person.

Dies ist ein verblüffendes Phänomen, das mich als Aufstellungsleiterin auch nach so vielen Jahren nach wie vor fasziniert und das wir bei allen Aufstellungen finden.